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Einfach mal machen!

Jetlev | Wakeboarden | Kitesurfen

„Der JetLev an sich, ist nur eine Art Raketenrucksack.“ Aha! José rief an und fragte mich, ob ich nicht sein erster JetLev-Schüler sein möchte. Er macht gerade eine Trainer-Lizenz. Nun kenne ich José bereits eine ganze Weile und weiß, wie sehr er Adrenalin verehrt. Wenn die meisten Menschen gerade ihr Leben an sich in Sekunden vorbei ziehen sehen, wird JF langsam munter. Es hat sich zwar gebessert, aber da schlummert immer noch viel Wahnsinn in dem Mann. Es gab noch ein wenig Hickhack um den Familienurlaub, aber dann saß ich schon im Auto Richtung Itzehoe. Der Tag war grau, es regnete und der Winter machte sich im Oktober bereits Startklar. Wir liefen bei Lars auf, der Jetskis und eben auch JetLev`s baut und verkauft. Meine Schulung begann direkt nach dem Frühstück. Drei Minuten Film über Start, Steuerung und Landung und dann mussten wir auch los. Mit drei Autos, Anhängern, Jetskis und einem komischen Anhänger ging es über schmale Landwege zu einem Fluss.

Lars, ein begnadeter Kettenraucher, machte alles klar. Ein Gestell wurde kurz vor dem Wasser errichtet, die Jetskis zu Wasser gelassen, die Neos angezogen und dann sah ich schon José mit dem Raketenteil ins Wasser gleiten. Es wurde laut, José stieg aus dem Wasser und donnerte davon. Easy. Ein wenig später führten mich beherzte Hände zu dem Gestell und ich musste mich setzen. Mehrere Gurte schlossen sich um mich und die Schwimmweste, bevor ich mit der Hand verkabelte wurde. Ich wurde sehr ruhig. Sehr, sehr ruhig. Bei dieser Runde sollte ich noch nicht selber die Kraft bestimmen. Das übernahm José mit einer Fernsteuerung. „Du solltest die Steuerung nicht hektisch nach oben ziehen. Ansonsten steigst Du hoch und knallst mit der Birne auf den Jetski.“ Aha. So ein JetLev kann bis auf 8m Höhe gehen. Ich stieg in das Wasser und versank bis zur Nasenspitze. Mit dem Monster auf dem Rücken soll man sich auf den Bauch drehen. Dann Startknopf drücken. Das Monster gurgelt und ich kann wieder Luft holen. Zunächst bleibe ich bis zur Brust im Wasser und übe steuern. Mittlerweile sind wir auf dem Fluss und José gibt mehr Power. Dann blieb mir die Spucke weg. Das Ding hebt dich aus dem Wasser und du schwebst. Sobald man damit vertraut ist, kann man sich nach vorne begeben und man nimmt Fahrt auf. Ich war sofort stoked. Ich flog ein paar Kurven, U-Turns und dann saß ich auch schon wieder auf dem Gestell. Meine Beine waren ziemlich weich und meine Arme ein einziger Krampf. JetLev fliegen verlangt keine Kraft, aber die Anspannung ist enorm. Dann gab es Scholle, bevor die zweite Runde anstand. Dieses mal durfte ich selber Gas geben. Ich flog, so ca. 2-3m über dem Fluss in Richtung Abendsonne. Als ich wieder an Land war, bin ich allen Menschen um den Hals gefallen, habe wirres Zeug geredet und bin trotz zahlreicher Biere nicht ruhiger geworden. Und jetzt brauche ich nur noch 120.000,- Euro, um so ein Monster zu bestellen.

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EIN PAAR RUNDEN DREHEN.

Pepe meinte, lass uns mal wakeboarden gehen. Das macht Spaß! Und schon stand ich im Neopren, mit Schwimmweste und einem niedlichen Tanker mit Fußschlaufen in Pinneberg am See. Die Einführung in die Technik war nach drei Sätzen beendet. Im Kern hieß es, Körperspannung! Schon klar, dachte ich mir und flog wie ein Flummi über die Wasseroberfläche. Von Null auf 25kmh ist schon was. Nach einem guten dutzend Versuchen stand ich. Das Geheimnis ist, möglichst schnell aufrecht zu stehen, die Arme vor dem Start zu sich heran zu ziehen und Körperspannung.

Meine erste Fahrt ging genau bis zum ersten Liftpfeiler. Das Seil zog nach Links und ich fuhr gerade aus. Kurz darauf hing ich am Seil in der Luft (ein kleines Stückchen) und das Board fuhr Richtung Strand. Herrlich, diese Schmerzen, wenn man aufschlägt. Es gab noch einen Tipp. Schau nach oben und bevor das Seil umlenkt, musst du mit der Kurve beginnen. Cool. Das ging dann ganz gut, aber ein paar Kurven wollten nicht mitspielen. Nach ca. 300l Pinneberger Seewasser, bekam ich ein richtiges Brett unter die Füße. Der erste Tag war klasse. Der anschließende Muskelkater ließ mich eine Woche wie ein Orang-Utan durch die Welt laufen. Das war jetzt vor 1,5 Jahren. Seitdem gehe ich gerne alle 1 bis 2 Wochen im Sommer auf den See. Mittlerweile komme ich sogar über den „Kicker“ (meint Schanze), auch wenn ich wie ein Kartoffelsack darüber hopple. Vorher bin ich bestimmt dreihundertmal daran vorbeigefahren. Ein warmer Tag, ein wenig Zeit und schnell mal eine Stunde im Kreis fahren. Es gibt schlechtere Tage.

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KITEN? ICH BIN DOCH NICHT BEKLOPPT.

Die Wahl fiel auf Ägypten. 2 Wochen ElGouna. Janne fing damit an und zusammen mit Steffi machten die Mädels eine schicke Hütte klar. In Hamburg waren Skiferien angesagt und wir wollten in die Sonne. Nach dem üblichen „wo ist Naemis Reisepass?“-Drama, ging es im Jet in den Süden. Die Erholung setzte spontan ein und wir zogen zum Kiteboarding Club. Nach entspannten fünf Minuten am Strand, hatte ich einen Kurs für Steffi und mich gebucht. Das war genau die Urlaubentspannung, von der meine Gattin so lange geträumt hat. 2 Tage später saßen wir mit Stefan zusammen, tranken Kaffee und spielten mit einem lustigen Modell auf dem Tisch. Zu sehen war ein kleiner Kite und das ominöse Windfester. Wir machten kleine Späße, quatschten und schon war die Theorie beendet. Kurz darauf stand ich im Wasser, Steffi hielt mich am Trapez fest und der Vogel flog. „Nicht an der Bar ziehen! Das Ding ist nur zum steuern da!“ Ja, easy, schon klar. Schwupps und ich wusste, man sollte nicht aus Spaß den Kitelehrer schocken wollen. 1,5 Tage später lag ich im roten Meer und übte den Wasserstart.

Es war wirklich nur ein kleiner, dummer Fehler! Mir kam Wasser ins Gesicht, ich flog den Kite nach hinten und zog an dem Dings. Wow! Ich landete flach auf der Lee-Seite von dem Board. Stefan war etwas blass um die Nase und murmelte immer nur „Steine, denk an die Steine!“. Zugegeben, ich hatte nicht daran gedacht. Und auf einmal fuhr ich. Keine Ahnung warum und wie, aber ich fuhr. Das war herrlich! Immer Richtung offenes Meer, bis mir Steffans Stimme in den Ohren dröhnte. „12:00 Uhr! 12:00 Uhr!“. Im ersten Moment fragte ich mich, warum es schon so spät ist und warum er das jetzt so sagt, äh, brüllt. Dann fiel mir ein, dass ich wohl den Schirm auf 12:00 Uhr stellen soll. Aber, warum? Dann bleibt man doch stehen?! Mittlerweile konnte man Stefan bereits bis nach Saudi-Arabien hören und ich dachte mir, lieber nicht denken und zog den Kite in den Zenit. Ich musste den ganzen Weg zurück gehen. Stefan war sichtlich mitgenommen. Ich durfte dann weiter üben und habe brav immer wieder gestoppt und den Wasserstart geübt. Dann war ich kein Grundschüler mehr! Die restlichen Tage habe ich noch die Wende und die Halse gelernt. Dank meiner Wakeboard-Erfahrung ein klacks. Kiten macht richtig Spaß und ich freue mich schon auf ein paar weitere Sessions!

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