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Hoch im Norden, hinter den Deichen ...

Da bin ich geboren. Immer nur Wasser, ganz viele Fische und Mövengeschrei und Meeres rauschen in meinen Ohren.

Ich weiß noch damals, als wir noch sehr windsurfgetrieben durch DK tingelten, jedoch bereits schon den selbst gefummelten Wellenreiter dabei hatten. Wir standen am Strand und starrten auf die Wasseroberfläche. Ich hätte schwören können, eine Swellbewegung wahr genommen zu haben, jedoch war das Wasser zu tief, als dass die Welle brach.

rogo_moleSo begann der Search im Norden. Nur wenige Kilometer weiter oben, direkt an einer Mole stand der halbe Meter. Wir saßen da und konnten es nicht glauben. Immer wieder riefen wir:

"Hey, das ist unser Hawaii des Nordens!".

Wir waren die Einzigen, ich würde sogar behaupten die ersten, noch lange bevor die Dänen mit einen alten Hollandrad, Adilette und Surfboard unter dem Arm über den Deich gerollt kamen. Stolz hatten wir damals diesen Spot "eröffnet". Das hielt noch einige Jahre, bevor wir diese Perle teilen mussten.

Immer nach dem Surf legten wir uns und die Neos auf die alten, von der Sonne aufgeheizten, rostigen Stahlrohre, mit denen sie ein paar Jahre später den Strand wieder aufgespülten.

gonzo_wrackSpäter trieb es dann einen immer weiter in den Norden. Seltener wurde es, dass man allein an einen Spot kam.

Aber es war alles dabei. Wir haben Bunker gesurft, Molen an denen man auf einer kleinen Sandbank zu Fuß raus gehen konnte, Muschelbänke, Hafeneinfahrten und sogar ein Schiffs wrack, welches unser Herz für 1-2 Jahre mit lustigen Wellen versorgte ...

Heute kostet ein Flug nach PT fast das gleiche wie ein Wochenende nach DK ...

Trotzdem zieht es ein immer noch magisch an. Heute habe ich schon eine 8 jährige Tochter und beschlossen, einen kleinen Ausflug in den Norden mit ihr zu machen.

Um eines vorweg zu nehmen – Er hat immer noch den guten alten Charme, der Norden! Und es ist was anderes hier auf dem Wasser zu sitzen.

Eine Mischung aus Dank und Glück.

3_molenNicht das Selbstverständnis, mit dem man in Portugal Wellen erwartet und dann meckert wenn etwas Onshore kommt. Oder die latente Angst in Cape Saint Francis, nicht mit der gleichen Anzahl an Körperteilen wieder das Wasser zu verlassen, mit der man hineingestiegen ist.
Nein, Dank dass wir so etwas haben und Freude, dass trotz der heutigen Massen die hier hoch kommen, alle noch sehr entspannt sind. Dann noch die Zufriedenheit, mehr Wellentage als Flats gehabt zu haben.

Aus der Perle von damals ist heute eine Riesenbaustelle geworden. Und auch die gute alte Mole hat Zuwachs bekommen. Temporär greifen 3 Finger in die Nordsee – Und das gar nicht so schlecht.

Ich habe mich oft gefragt, ob die Wellen dank irgendeines Klimawandels hier oben besser geworden sind?

nightviewUnd die Antwort wird wohl nein sein. Heute schauen wir ins Internet, wie es um die Wellen steht. Einige fahren auch erst los wenn die Periode größer 8s ist. Heute wird mehr Veröffentlicht und selbst in den Surfmagazinen ist oft eine Ablichtung des Nordens zu sehen. Die Bretter sind Kürzer geworden – Und mal ehrlich hätte mich damals jemand gefragt ob wir ein paar Jahre später mit einen 5´8 Quad-Stick am strand stehen, hätte man ihn ausgelacht und zum 7´8 Malibu gegriffen ...

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